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Golfgeschichte

Die Geschichte des Golfsports – eine Geschichte voller Missverständnissen.

Golf ist verschrien als das Spiel der Oberschicht und Wichtigtuer. Das ist vermutlich auch der Grund, warum die meisten Menschen mit dem Sport anfangen. Schließlich will man da ja dazu gehören. Allerdings entwickelt sich Golf immer mehr zu einer Breitensportart. Auch in Deutschland. Inzwischen hetzen ca. 555.000 Bundesbürger über Fairways und Greens. Dafür vernachlässigen sie Beruf, Familie, Freude und Fußball. – Aber wie konnte es soweit kommen?

Das Spiel ist inzwischen älter als Methusalem. Der Ursprung lässt sich nicht ganz genau bestimmen. Seit schätzungsweise 700 Jahren „colven“ die Niederländer, die Schotten prügeln seit dem 13. Jahrhundert mit Schlägern auf wehrlose Bälle ein. In den Anfängen des Sports vermutlich nicht nur auf den. Erst im 15. Jahrhundert wird die Regel eingeführt, dass der Gegner beim Schwingen des Schlägers nicht gestört werden darf...

Wer auch immer das Spiel erfunden hat, er muss Langeweile gehabt haben. Der Sport gehört zu den schwierigsten Sportarten überhaupt. Selbst um ein einigermaßen verträgliches Ergebnis zu erzielen, muss man ein halbes Leben üben. Das wussten vermutlich schon die Römer. Sie spielten ein ähnliches Spiel Namens Pagancina. Es gibt sogar Hinweise, dass sich bereits die Japaner und Chinesen mit Stock und Ball das Leben schwer gemacht haben. Ob das aber bereits als Vorläufer des heutigen Golf durchgeht, lässt sich nur schwer sagen. Immerhin haben sich aus diesen Spielen auch Sportarten wie Hockey, Crouquet und Billard entwickelt.

In den folgenden Jahrhunderten verliert sich die Spur des Golfes, wie ein Querschläger im Wasserhindernis. Es gibt vereinzelte Dokumente. Diese geben aber nicht genug Aufschluss darüber, ob es sich nicht nur um eine Variante eines Kampfspiels handelt, welches sich mit ähnlichem Namen schmückte.

Erst 1457 meldet sich der kleine weiße Ball zurück. In dem Jahr verbietet das schottische Parlament mit Hilfe von König James II das Golfspielen. Ein echter Schotte hat nämlich nicht nur Geld zu sparen, sondern auch Bogen zu schießen. Schließlich will der Engländer vom Nachbargrundstück mit Kriegen beschäftigt sein.

1502 ist dann endlich Ruhe. Es wird Frieden geschlossen. Weil man sich aber trotzdem über etwas aufregen muss, wird wieder gegolft. König James, der inzwischen der IV ist, hat sogar einen eigenen Posten für custommade Golfclubs in seinem Hofetat stehen. Und das weit bevor irgendjemand an Preisgeldliste oder sonst was gedacht hat.

Von da an beginnt der Siegeszug des Spiels. Diesmal ist es der König Karl mit der Ordnungsziffer I, der hilft, das Spiel populär zu machen. Die Insel gleicht vor lauter Löchern langsam einem Schweizerkäse. Nicht nur die Oberschicht, sondern auch das Bürgertum findet Gefallen an Drives, Chips und Putts. Per Dekret erlässt der Erzbischof einen Erlass, dass die Bevölkerung die Links nutzen darf.

Die Stuart Maria führt den Sport in Frankreich ein. Nicht ganz ohne Kritik, da sie nämlich nach der Ermordung ihres Gatten erstmal ne Runde über den Golfplatz drehte... Aber die Aristokratie wusste halt schon immer, was sich gehört und was wichtig ist.

Im 17. Jahrhundert exportiert Europa den Sport nach Amerika. Eine weitsichtige Tat, sonst gäbe es schließlich keinen Ryder Cup. Im gleichen Jahrhundert wird aber noch das Spielen in den Straßen von Albany verboten. Damals schlägt man sich noch mit einem mit Federn gefüllten Lederball rum. Das Ding heißt sinniger Weise Featherie.

Derweil rüstet good old Europe auf. Der englische König ernennt den ersten Golfschlägerbastler zum Royal Clubmaker. Der Duke of York ist zu faul zum tragen und erfindet den praktischen Caddie, der seine Schläger hinter ihm herschleppt. Mit Erfolg. Er gewinnt mit George Patterson das erste internationale Match gegen ein englisches Duo, dessen Namen leider unbekannt sind. Das beweist, schon in der Vorzeit hat sich niemand an Looser erinnert.

Dann ist es endlich soweit. Im 18. Jahrhundert wird der erste Golfclub gegründet. Selbstverständlich ohne Frauen. Diese Tradition wird auch heutzutage noch in einigen Clubs gepflegt. Gut zu erkennen an den Schildern am Eingang, auf denen steht „No dogs and women allowed“. Man(n) beachte die Reihenfolge.

Die netten Gentlemen Golfers of Leigh, die heute zum Chapter der Honourable Company of Edinburgh Golfers gehören, bringen das erste formale Golf-Regelwerk raus. Und ganz generell rappelt es im 18. Jahrhundert mächtig im Karton der Golfgeschichte. Die ersten Golfschläger werden nach Amerika importiert und auch der erste Golfclub außerhalb des schottischen Whiskey Dunstkreises wird eröffnet. Und wie könnte es anders sein... Dieses historische Ereignis findet im Zentrum des englischen Nebels statt. In London.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt´s auch Golf für Mädels. Das erste Damenturnier findet statt und in St. Andrews gründet sich der erste Golfclub für Damen. Weitere Clubs gründen sich außerhalb Englands. Aber nur für die Bevölkerung mit dem Big Stick.

Im 19. Jahrhundert gibt es auch einige technische Innovationen. Hickory setzt sich gegen alle anderen Holzarten durch. Der Federball wird endgültig ans Badminton abgetreten. Zunächst wird das Spielgerät zum Guttapercha Ball. Kurze Zeit später wird er aber vom Haskell Ball verdrängt.

Und bei soviel Material muss natürlich auch eine Schlacht her. Die Open Championships werden ins Leben gerufen und sind damit das älteste Turnier, das im Computerzeitalter noch gespielt wird. Und 1867 wird zum ersten Mal ein Mann zum armen Mann, weil er ein Hole in one geschlagen hat. Wie groß die Trinkgesellschaft war, ist leider nicht überliefert...

Das 20. Jahrhundert kommt mit einigen weitreichenden Veränderungen. Golf wird zeitweilig olympisch. 1936 erscheint angeblich der Bagger Vance auf der Bildfläche, die eigentlich eine Kinoleinwand im Jahr 2000 ist. Findige Golfer versehen, vermutlich nach ein paar Dimples, den Golfball mit Dimples. Das sind die putzigen Dellen auf dem Golfball die seine Flugeigenschaft enorm verbessern. 

Und damit wir den fiesen kleinen weißen Freund auch weit über die Fairways schlagen können, wurden die Schläger auch verbessert. Holzschäfte wurden durch Stahlschäfte verdrängt. Inzwischen wird auch Titan und Graphite verwendet. Und seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es endlich auch ein universell gültiges Regelwerk, damit sich auch jeder die gleichen Punkte notiert. 8 geschlagen, 6 gemerkt, 4 aufgeschrieben. Oder so ähnlich.

Ob diese Regel auch bei Alan Shepard Anwendung gefunden hat, als er zwei Bälle auf dem Mond geschlagen hat, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.

Heutzutage wird das Spiel ständig weiterentwickelt. Zum einen im Bereich des Materials, zum anderen in der Ausprägung selbst. Inzwischen gibt es Bürogolf, Swing Golf, Mini Golf, Cross Golf und das klassische Golf. Aber auch der Klassiker wird alle 4 Jahre einer Regelüberarbeitung unterzogen.

Dem ständig steigenden Niveau werden auch die Golfplätze angepasst. Sie werden immer luxuriöser, anspruchsvoller und trickreicher. Schließlich muss ja alles getan werden, um es so schwer wie möglich zu machen, den Ball im Loch zu versenken.